Modetänze von 1950 bis heute
Fashion Dances from 1950 up to now
Die Tanzszene The dance scenario
Die aufkommende Unterhaltungsindustrie der Nachkriegszeit und die Massenmedien
förderten eine große Vielfalt von Schlagern und dazugehörenden Tänzen.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Modetänze meist in Tanzhaltung
getanzt, es handelte sich also um Berührungstänze.
Ganz anders verlief die Entwicklung der Modetänze in den letzten vierzig Jahren, die in
erster Linie von Nordamerika importiert wurden.
Konnte man vor dem Zweiten Weltkrieg eher noch zwischen nord- und lateinamerikanischen Tanzelementen unterscheiden,
sind in den letzten vierzig Jahren die
afrikanischen Elemente soweit durchgedrungen, daß man die Modetänze aus Amerika
allgemein als afroamerikanische Tänze bezeichnen kann.
Einerseits gab es Modetänze mit Tanzhaltung, andererseits wurden zwischen 1960 und 1972
die sogenannten Twist-, Beat- und Soul-Tänze, auch Funky Dances genannt, populär, die
ohne Tanzhaltung, ja sogar ohne Partner getanzt wurden. Da diese Tänze der zwanglosen
Bewegung mit und ohne Tanzpartner unter den Lichtorgeln und den Lautsprecheranlagen in
den engen Discos dienten, ist die Zusammenfassung unter dem Begriff Solo-Disco üblich. Die
Tanzenden waren nicht mehr Teil einer geselligen Veranstaltung, sondern Konsumenten einer
lauten Musikdusche.
Der Solo-Disco wird weiterhin von jung und alt in Discotheken getanzt werden, schon
alleine deshalb, weil auch ein Tanzanfänger an den Bewegungsaktivitäten teilnehmen kann
und nicht mit einer Tanzpartnerin eingetanzt sein muß. Diese Tanzart wandte sich nicht nur an
das Publikum verschiedener Jugendbewegungen, sondern bezog auch ältere Leute mit ein.
Zwischen 1972 und 1974 trat eine regelrechte Tanzmüdigkeit auf. Interessante Parallelen
gab es in der Bijouterie: Es bestand wenig Interesse an Modeschmuck. Solange dieses
Desinteresse anhielt, konnte auch niemand eine Tanzwelle verordnen; der Tanz entzieht sich
den Marktmechanismen.
Der Tanzrausch der weißen Jugend war vorbei. Es war das Ende der großen Discotheken,
viele Tanzpaläste wurden geschlossen.
Ab 1974 besann man sich wieder auf den Berührungstanz, man tanzte wieder mehr oder
weniger in Tanzhaltung, und der Solo-Disco trat in den Hintergrund.
Den gesamten Zeitraum von 1960 bis 1980 kann man als Disco-Ära zusammenfassen. Die
Disco-Tänze sind alle schwarzen Ursprungs, deshalb fällt in diese Zeit für den Weißen eine
wichtige Phase des Tanzens: Der weiße Disco-Tänzer war gezwungen, seinen Körper in
Bewegungszentren zu zerlegen (Kopf, Schulter, Oberkörper, Becken). In dieser Zeit sind die
wichtigsten Grundtechniken entstanden, die heute noch die grundlegenden Voraussetzungen
für die neuen Tänze bilden.
Da die Bewegungstechnik für Europäer neu war, wurde nahezu für jeden Bewegungsablauf
ein neuer Tanzname kreiert. Der Bedeutung dieser Grundtechniken wurde durch die
Aufnahme ins Welttanzprogramm 1979 Rechnung getragen.
Zusätzlich entstand eine Fülle von Gruppensolotänzen, bei denen vor allem in
Linienaufstellung viele Personen gleichzeitig nach vorgeschriebenen Tanzmustern agieren,
sowie lustige, dem Volkstanz entlehnte Varianten.
In den achtziger Jahren drangen immer mehr lateinamerikanische Rhythmen in die Disco-Musik ein.
Bedingt durch diverse Tanzfilme wurde Mambo und Salsa sehr populär.
Seit 1990 hält der Trend zur Techno-Musik an. Die lautstarke Musik mit formaler Struktur,
endloser Wiederholung und minimaler Variation wird von Sequenzern erzeugt, die DJs verstehen es,
ohne Zuhilfenahme von Worten die Tänzer (Raver) in tranceähnliche Zustände zu versetzen.
Die Tänze nach dem Zweiten Weltkrieg sind Paartänze, Solotänze und Gruppensolotänze;
es entstanden aber keine raumgreifenden Paartänze, sondern nur platzgebundene Tänze,
kurz Platztänze genannt.
Im ausklingenden 20.Jahrhundert sucht man einerseits die "persönliche Verwirklichung" im Tanz ohne Kontakt
zu den Mittänzern, andrerseits werden die herkömmlichen Gesellschaftstänze wieder gepflegt und alte Tanzformen
wieder belebt, wie zum Beispiel Tango Argentino oder Swing. Leider werden dabei die Discos immer leerer...
Was aber die heutige Zeit so interessant macht, ist die Möglichkeit, verschiedene
Grundtechniken miteinander zu mischen um dadurch neue Bewegungsabläufe zu entwickeln.
Aufzählung der Tänze Registry of dances
Um den chronologischen Ablauf zu bewahren, wurden in der folgenden Übersicht jene Tänze,
die in späterer Folge zu den Turniertänzen oder zum Welttanzprogramm "ernannt" wurden,
ebenfalls angeführt, jedoch mit WTP gekennzeichnet!
Die bekanntesten nord- und lateinamerikanischen Modetänze
The most popular north- and latinamerican fashion dances
Zeitraum 1950 - 1960: Die Nachkriegs-Ära After the war era
1950 Baiao
1950 Raspa
1951 Cueva
1953 Cha-Cha-Cha WTP + TT
1954 Rock'n'Roll -1.mal WTP + TT
1954 Rock-Cha-Cha
1955 Merengue
1955 Mambo
1956 Calypso
1957 Sucu Sucu
1958 Suavacha
1958 La Bamba
1959 Pachanga
1960 Bossa Nova
1961 Bachata
Zeitraum 1960 - 1964: Die Twist-Ära The times of the Twist
Twist (Solotanz)
TwistChaCha (Solotanz)
Tamouree(Solotanz)
Pony (Solotanz)
Fly (Solotanz)
Slop (Solotanz)
SlopChaChaCha (Solotanz)
Watusi (Solotanz)
Mashed Potato (Solotanz)
Shake WTP (Solotanz)
Surf (Solotanz)
Swim (Solotanz)
TwoBeat (Solotanz)
Monkey (Solotanz)
Dog - 1.mal (Linientanz)
Madison(Linientanz)
Hully Gully (Linientanz)
Dip (Linientanz)
Waddle (Fronttanz)
Popeye (Fronttanz)
Zeitraum 1964 - 1967: Die Beat-Ära The times of Beat-music
Beat (Solotanz)
BeatChaCha (Solotanz)
Beatle Bounce (Solotanz)
Soft Beat WTP (Solotanz)
Jerk (Solotanz)
HipTänze (Solotanz)
007 (Linientanz)
Wilson (Linientanz)
Memphis (Linientanz)
Continental (Linientanz)
Zeitraum 1967 - 1972: Die Soul-Ära The times of Soul-music
1967/68
Funkytänze (Solotanz)
Skate (Solotanz)
Pearl (Solotanz)
Shingaling (Solotanz)
Boogaloo (Solotanz)
1969/70
Philly Dog (Solotanz)
Aunt Jemima (Solotanz)
Horse (Solotanz)
Popcorn (Solotanz)
Reggae - 1.mal (Solo-, Linientanz)
Vibrationstänze (Solotanz)
LeveerStreetSoul WTP (Solotanz)
Voodoo (Solotanz)
Robot (Solotanz)
Mechanical Man (Solotanz)
Football (Solotanz)
Tom Jones (Solotanz)
1971/72
American Bandstand (Solotanz)
Fagot (Solotanz)
Lock (Solotanz)
Breakdown (Solotanz)
Scooby Doo (Solotanz)
Big Apple Walk (Solotanz)
Summertime (Solotanz)
DiscoChicken WTP (Solotanz)
Zeitraum 1972 - 1974: Tanzmüdigkeit Dance fatique
Zeitraum 1974 - 1984: Die Disco-Sound-Ära The times of Discosound
Die Linientänze The line dances
Arthur´s Shuffle
Bibi-Mix
Bus Stop
Chaos
Chicago City
Cleveland Continental
Cross Over
Disco-Inferno
Football
Freak Line Dance
Fred Astaire Strut
Hip-Swing
Inkpot
Kalifornische Hustles
King Arthur
Let Him Beat
Locotip
Luft-i-kuss
Michael's Dance
Milkshake
Mr. Pipp
Mungo's Walk
New York, New York
Prince
Reggae - 2.mal
Rock Steady
Snoopy
Step by Step
Suzie Q
Tago Mago
Tiger Eye
Walk
Wilma Stomp
Die Berührungstänze The touch dances
1974 Rock'n'Roll - 2.mal
1974 Bump
1976 Disco-Hustle WTP
1976 Philadelphia-Rock
1976 Disco-Fox WTP
1977 Latin-Hustle
1978 Freak
1978 Pogo
1979 Spank
1979 Dog - 2. mal
Zeitraum ab 1985: Die Latein-Rhythmus-Ära The times of Latin-rhythm
1988 Salsa (Paartanz)
1988 Rueda de Casino (Paartanz)
1989 Lambada (Paartanz)
1990 Soca (Paartanz)
1990 Tango Argentino (Paartanz)
1991 New Merengue (Paartanz)
1992 Salsita (Paartanz)
1994 Cotton Eye Joe (Paartanz)
1997 Swing (Paartanz)
2000 Reggaetón (Paartanz)
Zeitraum ab 1990: Die Techno-Musik-Ära The times of Techno-music
1990 Techno Dance (Solotanz)
1992 Hypno Dance (Solotanz)
Die bekanntesten nichtamerikanischen Modetänze
The most popular non-american fashion dances
1962 Locomotion (Gänsemarschtanz)
1963 Lipsi (Berührungstanz)
1964 Kasatschok (Berührungstanz) **
1965 Sirtaki (Linien-, Kreistanz)
1965 Hora (Linien-, Kreistanz)
1965 Pata Pata (Berührungstanz)
1965 Bostella (Solotanz) **
1965 Puppets (Solotanz) **
1965 Letkiss (Berührungstanz)
1966 Polkiss (Berührungstanz)
1966 Monkiss (Solotanz)
1967 Manhattan (Linientanz)
1968 Hoppel (Berührungstanz) **
1972 Tanganilla(Berührungstanz) **
1975 Tumba Tumbala(Solotanz) **
1981 Vogerltanz (Berührungstanz)
1986 Tarantella (Berührungstanz)
1996 Macarena (Linientanz) **
1996 Coco Jamboo (Linientanz) **
1997 Euro Fun Dance (Linientanz)
1998 Batayonga (Linientanz)
1999 Dirty Boogie (Linientanz)
1999 Mambo Nr.5 (Linientanz) **
Einige Erklärungen Some explanations:
WTP = Welttanzprogramm world dance index
TT = Turniertänze dances for competition
Solotanz single dance
Berührungstanz touch dance
Linientanz line dance
Kreistanz round
Gänsemarschtanz file dance
Fronttanz longway
** Diese Tänze sind sogenannte musikgebundene Tänze, denn sie wurden nur in
Zusammenhang mit einem dafür kreierten Musikstück propagiert.
Die Liste der Modetänze erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da viele Tänze nur eine
Saison oder nur in einer Region, manchmal nur in einer Tanzschule bekannt waren.
Trotzdem gibt diese Übersicht einen Einblick in die Vielfalt und den Bewegungsreichtum, der
Tanzinteressierten in der "Welt der Tänze und Tanzschritte" zur Verfügung steht.
Beschreibung der Tänze Description of the dances
Die afroamerikanischen Modetänze The afroamericam fashion dances
Der Baiao
Der Baiao, auch Bajon genannt, ist eine langsame und weiche Samba, auf den Batuque
zurückgehend. Namensgebend war die Stadt Bahia.
Im Gegensatz zu den üblichen brasilianischen Formen dominiert im Baiao das Melodische. Er
wird mit kleinen Schritten getanzt und beansprucht wenig Platz.
Der Raspa
Mexikanischer Tanz im 6/8-Takt, basiert auf einem folkloristischen Erntetanz. Das Wort
bedeutet übersetzt "Grane" (einer Getreideähre). Er kam über Italien nach Mitteleuropa und
war in den Nachkriegsjahren sehr beliebt.
Die Merengue
Der Ursprung des Tanzes wird oft mit irgendwelchen Piratengeschichten in Verbindung gebracht.
Wahrscheinlicher ist, dass im 19. Jh. ein Tanz aus Havanna, genannt "Urpa" oder "Upa Habanera" über
Puerto Rico nach Santo Domingo gelangt ist. Dieser Tanz hatte einen Satz, der "Merengue" genannt wurde.
Im Ganzen lässt sich über die Anfänge des Tanzes aber nichts Genaues mehr erfahren.
Schließlich wurde er zum Nationaltanz in Haiti und ist aus den tänzerischen Traditionen der
Schwarzen und Mulatten entstanden. Die Merengue ist nahezu ident mit der Habanera und ist eng verwandt
den Tänzen Martiniques.
Die Merengue wurde in Europa Mitte der fünfziger Jahre als Paartanz getanzt.
Jeder Taktschlag wird gleichmäßig mit einem Schritt nach vorne, hinten oder zur Seite getanzt.
Charakteristisch für den Tanzstil ist bei jedem Schritt eine markante Hüftbewegung.
Dadurch erhält der Tanz eine stark sinnliche Komponente. Unterstützt wird dies durch eine sehr
körperbetonte Tanzweise - eine offene Tanzhaltung ist eher die Ausnahme.
Eine wichtige Rolle spielen bei den Drehungen die Arme, welche einzelne, sehr aufwändige Figuren
und Kombinationen erzeugen (sog. "Wickelfiguren").
(Quellen: Wikipedia - die freie Enzyklopädie, Auszug aus dem Buch "Perfekt Tanzen" von R.Lidmila)
Der Mambo
Geschichte:
Der Mambo war ursprünglich keine Bezeichnung für einen Tanz, sondern ein afrokubanisches
Wort für Polymetrie und geht auf rituelle Handlungen versklavter Afrikaner aus dem Kongo
zurück. Der Mambo entstand aus dem Son und dem Danzon. Im Refrain des Son tauchten
erstmals neuartige Rhythmen auf, die sich schließlich verselbständigten.
Für die Ausprägung des modernen Mambos war die Konfrontation der kubanischen Folklore
mit der Jazz-Musik von nachhaltigem Einfluß.
1939 gab es eine Komposition mit dem Namen "Mambo", die für den Tanz namensgebend
gewesen sein dürfte.
Der Mambo wurde während des Zweiten Weltkrieges von kubanischen Musikern nach New
York gebracht und kam von dort aus 1955 nach Europa.
Perez Prado verhalf dem Tanz mit dem "Rio Mambo" zum endgültigen Durchbruch. Dem Stil
nach ist er eine Art Rumba-Swing.
Aufgrund seiner rhythmischen Kompliziertheit wurde er jedoch bald vom Cha-Cha-Cha und
der in England choreografierten Kubanischen Rumba, die auf dem Mambo aufbaut, verdrängt.
Nachdem er jahrzehntelang in Vergessenheit geraten war, hat im Jahre 1987/88 eine
Filmwelle den Mambo wieder ins Bewußtsein gebracht. Mit den Filmen "Dirty Dancing" und
"Salsa" wurde der Mambo in erotischer Form wieder auf das Tanzparkett geholt.
Tanzausführung:
Die Musik ist mäßig schnell im 4/4 Takt mit cirka 45 Takten/Minute notiert.
Der Tänzer beginnt auf 2 mit dem linken Fuß vorwärts. Die Hüften werden bei 2 und 4
ruckartig bewegt. Für den Europäer ist der Mambo nur mit viel Übung zu erlernen. Er enthält
auch eine erotische Komponente, die besonders in einem Nachfolgetanz, dem Salsa, stark
zum Ausdruck kommt.
Typische Mambo-Figuren sind: Grundschritt (Basic Movement), Kreuzkörperführung mit und
ohne Drehungen (Cross Body Lead), Rechtskreisel (Natural Top), Muschel (Scallop).
Der Calypso
Der Calypso stammt aus dem vorigen Jahrhundert und ist ein folkloristischer Tanz der Insel
Trinidad. Seine erste Blütezeit erlebte er schon zwischen 1900 und 1940.
Durch die amerikanische Musikindustrie und die kreierten Tanzschritte erreichte der Calypso
1956 einen weiteren Höhepunkt. Einer der bekanntesten Titel ist der "Banana Boat Song" von
Harry Belafonte. Die charakteristischen Merkmale des Calypso sind die Rumpfbewegungen
und die Rhythmusbetonungen in den Knien. Da er wenig plausible Tanzschritte hatte,
verschwand er bald wieder.
Eine Variante war der Jump-up, der auf engstem Raum bei Karnevalsfeiern getanzt werden
konnte.
La Bamba
Schnelle, afrobrasilianische Samba, welche zur gleichnamigen Platte von Richard Valens mit
Hüpfschritten getanzt wurde. (Er wurde in Anlehnung an den Volkstanz aus Mexiko kreiert).
Die Pachanga
Sie entstand 1959 in Kuba als Variante des Cha-Cha-Cha. Sie wurde mit dem sogenannten
Charanga-Schritt getanzt, der wiederum dem Chug (Buck) des Jazz-Tanzes entsprach. Dies ist
ein am Standbein ausgeführter Rutscher (Slide) vorwärts.
Der Bossa Nova
Ein Musizierstil um 1960, eine Synthese von Samba-Musik und Cool Jazz. Der Name kommt
aus dem Portugiesischen und bedeutet "Neuer Stil". Getanzt wurde er als verfeinerte Samba,
auch Jazz-Samba genannt. Typische Tanzfiguren sind: Grundschritt, Kreuzschritt, Bossa-
Nova-Twist.
Der Bachata
Geschichte:
Der Bachata entstand Anfang der 1960er Jahre als eine Form des kubanischen bzw. karibischen Boleros
(nicht zu verwechseln mit dem spanischen Bolero). Zunächst war Bachata dabei weniger zum Tanzen gedacht,
sondern war einer von vielen Stilen der romantischen lateinamerikanischen "Trio"-Gitarrenmusik,
die vergleichbar mit der mexikanischen Mariachi-Tradition hauptsächlich der Unterhaltung verliebter
Paare diente. In den folgenden Jahrzehnten nahmen Bachata-Musiker Einflüsse aus anderen Stilen wie
dem Merengue auf, das Tempo wurde erhöht und Bachata wurde mehr und mehr als Tanzmusik verstanden.
Der Stil ist geprägt durch den charakteristischen, hohen und "leiernden" Klang der Gitarren,
dem Rhythmus und durch die Texte, die meist von männlichen Sängern gesungen werden und hauptsächlich von
enttäuschter Liebe handeln.
Bachata galt in den 1970er und 1980er Jahren als vulgäre Musik der unteren Bevölkerungsschichten,
wurde mit Prostitution, Kriminalität und Armut assoziiert und im Gegensatz zu Salsa und Merengue kaum
im Radio gespielt. Das änderte sich erst um 1990 herum, vor allem durch Juan Luis Guerra,
dessen Album Bachata Rosa 1992 einen Grammy gewann.
In Deutschland war das bislang erfolgreichste Bachata-Stück das Lied Obsesión der Gruppe Aventura,
das auch R'n'B- und Pop-Elemente enthält und im September 2004 auf Platz 1 der
Media-Control-Singles-Charts war.
Der gleichnamige Tanz hat in den vergangenen Jahren enorm an Popularität gewonnen.
In der Dominikanischen Republik veranstalten TV-Sender regelmäßig Bachata-Tanzwettbewerbe.
Diese Fernsehsendungen sind sehr beliebt.
Tanzausführung;
Die Schrittfolge ist einfach: Die Beinbewegung kommt aus den Knien heraus, wobei ein Bein neben
das andere gesetzt wird. Dieses "chassé" wird durchgängig mit Merenguehüftbewegung getanzt
(pro Taktschlag ein Schritt, also auf 1, 2, 3). Auf der 4 erfolgt das leichte Anheben des Beins,
indem die Hüfte einseitig hochgezogen wird (sog. hip lift), was etwas Übung erfordert, und/oder
gleichzeitig ein Doppelschlag vor und zurück mit der Hüfte getanzt wird. Letzteres erfordert sehr viel Übung.
Genau wie Merengue und Salsa ist Bachata kein standardisierter Tanz, d.h. gibt es viele Variationen und
Bewegungsabläufe. Da Bachata normalerweise sehr eng und hüftbetont getanzt wird, gehört er zu den
erotischsten Tänzen überhaupt. Die "prüdere" europäische Version wird mit Körperabstand getanzt,
wobei auch Figuren mit eingebaut werden.
(Quelle: Wikipedia - die freie Enzyklopädie)
Der Twist
1960 nach der Rock'n'Roll-Welle aufgekommener, weit verbreiteter Tanz, der an die
Hulahoop-Welle anknüpfte. Die Choreografie geht auf afrikanische Tänze zurück. Einen
twistähnlichen Tanz hatte es schon in den zwanziger Jahren gegeben.
Bekannt gemacht hat ihn Chubby Checker unter anderem mit "Let's Twist Again". Er kreierte
aufgrund seines Erfolges weitere Modetänze:
Hucklebuck (in Anlehnung an die Swing-Art der dreißiger Jahre),
Limbo (in Anlehnung an den Volkstanz aus Trinidad).
Der Twist leitete die Ära der sogenannten Pelvistänze (Beckentänze) ein.
Tanzausführung:
Das Besondere an diesem Tanz sind die drehenden Beckenbewegungen in leichter Kniebeuge.
Es gibt einen Fersen-, Knie- und Hüfttwist mit und ohne Knieheben. Typische Tanzfiguren
sind: Grundschritt, Drehungen, Korkenzieher.
Der Twist-Cha-Cha
Ein Solotanz mit Cha-Cha-Cha-Chassés und Twist-Bewegungen, somit die Verknüpfung von
nordamerikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen.
Der Tamouree
Kurzlebiger Modetanz; die dazugehörende lateinamerikanische Tanzmusik war selten zu
hören. Er wird ähnlich wie der Twist getanzt. Tanzfiguren sind: Grundschritt, Tamouree-
Twist, Hawaiischritt.
Der Slop
War um 1960 Mode. Er wurde in Paris propagiert. Das Paar steht sich mit leicht gegrätschten
Füßen gegenüber.
Tanzausführung:
Schneller drehende Beckenbewegungen als beim Twist, Zurückrutschen mit dem Fuß,
Auswärtsdrehen der Fußspitze, also eine Pelvis-Beintechnik mit dabei abgewinkelten Armen.
Der Shake
Er wird auch Frug genannt. Der Name und die Tanzart kommen von einer religiösen Sekte
aus Nordamerika, den Shakern.
Tanzausführung:
Seitliches Verschieben des Beckens und Anheben der Hüfte. Durch die Shake-Bewegung
wurde der Schultergürtel der Tanzenden lockerer. Es wurden Armbewegungen wie beim
Lassoschwingen oder Peitschenknallen gemacht.
Bestimmte Hüftbewegungen (Bump-Shake) wurden ins Welttanzprogramm aufgenommen.
Der Surf
Aus Hawaii stammende, tänzerische Nachahmung der beim Surfsport angewandten Becken-
und Beinbewegungen.
Der Surf enthielt auch pantomimische Elemente, die als selbständige Tänze wie Hitch-hiker,
Searching, Tahitian auftraten.
Der Two-Beat
Eine Abart des Shake war der Two-Beat, als flotter Shake getanzt. Die Musik dazu,
eigentlich eine Spielart des Jazz, war eine Kombination von Beat und Marsch.
The Dog
Ist fast ident mit dem Funkytanz Sexmachine von 1970. Er war 1962 in Amerika einmal
aktuell und wurde in veränderter Form 1979 wieder propagiert. Er wurde "The Dog" genannt,
weil der Tänzer an einen wedelnden Hund erinnerte.
Der Madison
Trat die Nachfolge des Twist an, wurde 1962 in den USA entwickelt und zu langsamer
Boogie-Musik getanzt.
Er war der erste Linientanz der Nachkriegszeit. Benannt ist er nach der Hauptstadt von
Wisconsin. Er brachte gegenüber dem Twist viele neue Schritte. Typische Tanzfiguren:
Double Cross, The Big M, Tea-Time, Rifle Man, Big Boss, Pinguin.
Der Hully-Gully
Wurde zu Twist-Musik mittleren Tempos getanzt und besteht aus einer Folge von 20
Schritten. Er ist 1963 entstanden und war von 1964 bis 1965 populär. In weiterer Folge
entstanden einige Abarten, beispielsweise der Hurdy Gurdy (Leierkasten).
Der Beat
Geschichte:
Die Beat-Musik entwickelte sich ab 1960 in England. Der Beat-Begriff verdrängte eine
Zeitlang sogar die Rock-Musik. Legendäre Vertreter dieser Musikrichtung, wie z.B. die
Beatniks oder die Beatles verhalfen dem Beat-Stil zum Welterfolg. Die Beat-Tänze sind der
Überbegriff für die Zeit von 1964 - 1970. Zunächst wurden nur bestimmte Schritte als Beat
bezeichnet, ab Mitte der sechziger Jahre war er ein eigenständiger Tanz. Eine Abart war der
gehüpfte Beat, der Jump-Beat.
Tanzausführung:
Dieser Tanz verlangte neuartige Beinbewegungen, ein rhythmisches Beugen und Strecken der
Beine mit gleichzeitigen Oberkörperbewegungen.
Der Beat-Cha-Cha
Kombination aus Beat und Cha-Cha-Cha, dadurch Verknüpfung von nordamerikanischen
und lateinamerikanischen Rhythmen, hat einfache Schrittmuster. Getanzt wurde zu den
Schlagern von Andy Fischer, z.B. "A Man in the Wood". Darüber hinaus gab es weitere
Kombinationen wie Beat-Mambo, Beat-Samba.
Der Soft-Beat
Ein zeitloser Solotanz, eine Variante des Beat, kann zu allen Musikarten und Tempi getanzt
werden. Gehört zum Welttanzprogramm.
Der Jerk
Er war 1965 der erste Soul-Tanz. Es waren verschiedene Arten des Jerks bekannt, wie z.B.
der Pony Jerk. Die Übersetzung bedeutet "Die Zuckung".
Tanzausführung:
Vor- und Zurückwippen des Beckens; es wird auch der Oberkörper mit einbezogen.
Hip-Tänze
Unter diesem Begriff versteht man die "Hüft-Tänze", wie Soul-Hip und Latin-Hip, eine
weitere Verknüpfung von nordamerikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen.
Tanzausführung:
Die Hüften werden unabhängig von den Schritten bewegt. Diese Tänze erinnern an den
Mambo bzw. an die Kubanische Rumba.
Funkytänze
Diese Tänze entstanden gleichzeitig mit dem Soul und vermitteln das leidenschaftliche,
erregte "feeling" für den schwarzen Beat. Funky Broadway ist der Klassiker unter den Soul-
Tänzen.
Tanzausführung:
In diesem Tanz werden nun alle Körperzentren isoliert miteinander in Einklang gebracht
(Kopf, Schulter, Arme, Magen, Rücken, Becken, Beine). Weitere Arten sind: Funky
Chicken, Tighten up, Funky Bunk, African Twist, African Funky. Eine Verbindung von
Soul und Samba hieß Batucada. Bereits um die Jahrhundertwende gab es einen ähnlichen
Tanz mit dem Namen Funky Butt.
Der Skate
Modetanz des Jahres 1967. Er bestand aus Bein- und Hüftbewegungen, kombiniert mit Hand-,
Finger- und Daumenbewegungen und wurde als Single-, Double- oder Triple-Skate getanzt.
Der Boogaloo
Die schon im Jerk ausgeführten Bewegungen des Oberkörpers und der Hüfte wurden
verfeinert. Er war 1967 aktuell und ist mit dem Funky Broadway verwandt.
Der Popcorn
Beim Popcorn wurden Oberkörper und Hüfte als Einheit belassen, und der ganze wurde
Körper vor- und zurückgefedert.
Der Reggae
Seit ca. 1965 Bezeichnung für eine Stilrichtung der Rockmusik, bei der Elemente des
Calypso oder Mento (auch als Burro oder Shay Shay bekannt) mit Rhythm & Blues
verbunden wurden, ursprünglich auch Ska oder Bluebeat genannt. Der berühmteste Ska war
der Schlager "My Boy Lollipop" von Millie Small aus dem Jahre 1964. 1965 entstand daraus
der Linientanz Rock Steady. Ursprünglich von England ausgehend, ist der Reggae seit
Anfang der Siebziger auch in Europa bekannt, hauptsächlich durch Bob Marley. 1969 war ein
sehr bekannter Reggae in der Hitparade: "Isrealites" von dem Jamaikaner Desmond Dekker.
Zu dieser Musik wurden Tanzschritte entwickelt, die 1979 einen hohen Bekanntheitsgrad
erreichten. Die getanzten Bewegungen sind den Funkytänzen ähnlich.
Vibrationstänze
Zu den Vibrationstänzen zählen: Reggae-Pop, eine Mischung aus Popcorn und Reggae,
Sexmachine, Push and Pull, Pinguin, Leveer-Street-Soul (Yoke) und Cracker Jack.
Tanzausführung:
Diese Tänze werden wie Popcorn getanzt, allerdings steht der Tänzer tiefer im Knie, und
durch Spannungen in den Muskelgruppen wird ein "Vibrations"-Effekt erzeugt.
Der Leveer-Street-Soul
Er ist ein gemäßigter und einfacher Vibrationstanz und Bestandteil des Welttanzprogrammes.
Der Disco-Chicken
Es handelt sich hier um einen Samba-Wischer, der mit einer Vibration und Chicken-Wings-
Armhaltung getanzt wird. In einer anderen rhythmischen Interpretation heißt der Tanz
Cracker Jack. Der Disco-Chicken ist Bestandteil des Welttanzprogrammes.
Der Bump
War ab 1974 drei Jahre lang Modetanz. Sein Charakteristikum ist das Gegeneinanderstoßen
("bumpen") gleicher oder unterschiedlicher Körperteile durch die Tanzpartner. Die Bumps
haben Ähnlichkeit mit den Bewegungen des Black Bottom von 1926 und werden jeweils auf
die Taktteile 2 und 4 ausgeführt.
Der Disco-Hustle
Der Hustle ist kein einzelner Modetanz, sondern ein in zahlreichen Varianten verbreiteter
Disco-Tanz. Er ist nach 1975 in den USA entstanden.
Der Disco- oder Continental-Hustle wurde zu Disco-Sound getanzt. In Deutschland wurde er
Philadelphia-Rock genannt. Seit 1979 gibt es den International- oder Three-Count-Hustle,
dieser hat Ähnlichkeit mit dem Disco-Fox, wird aber weniger federnd als der Latin-Hustle
getanzt. Durch die Vermischung des Disco-Fox mit den Hustle-Arten hat sich der heutige
Disco-Hustle herausgebildet. Er ist Bestandteil des Welttanzprogrammes.
Davon grundsätzlich zu unterscheiden sind die Kalifornischen Hustles, sie sind ausnahmslos
Linientänze. Dazu gehören: Night Fever, Brooklyn Bus Stop, L.A. Hustle, L.A. Bus Stop.
Der Disco-Fox
Ein Modetanz, der sich über Jahre hindurch nicht verändert hat, also ein "Standard"-
Disco-Tanz. Er gehört zum Welttanzprogramm.
Der Latin-Hustle
Der Latin-Hustle, auch Rope genannt, wurde 1977 zu Salsa-Musik getanzt, dadurch die
Verknüpfung von nordamerikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen. Er hat sich in
Europa kaum durchgesetzt.
Der Freak
Bei diesem um 1978 populär gewordenen Tanz sind alle Tanzhaltungen und das Streicheln
des Tanzpartners erlaubt. Getanzt wird er im Blues-Tempo.
Der Pogo
Auch Punk-Rock genannt, war ein Rempeltanz um 1978. Er war tänzerischer Ausdruck
untereinander kämpfender Punkgruppen.
Der Spank
Ein Tanz aus dem Jahr 1979, der mit breitbeinigen Schaukelbewegungen wie bei einem
Pendel ausgeführt wird und somit eine Hüftbewegung erfordert.
Der Salsa
Salsa-Musik (Salsone) ist ein lateinamerikanischer Musikstil und bedeutet übersetzt "würzig".
In dieser Musik verschmolzen traditionelle Arten wie Son, Rumba oder Cha-Cha-Cha mit
der Merengue aus Haiti und dem Reggae aus Jamaica.
Salsa-Musik ist als Sammelbezeichnung zu verstehen und hat kein einheitliches
Rhythmusmodell. Der Salsa-Tanz ist daher ein komplexer, aber auch erotischer Tanz, bei dem
die Partner sehr aufeinander eingetanzt sein müssen. Er wurde 1987/88 durch die Filme "Dirty
Dancing" und "Salsa" populär. Er wird als weiterentwickelter Mambo getanzt. Der Tänzer
wird Salsero genannt. 1992 gab es eine Variante namens Salsita.
Die Frage nach dem Unterschied zwischen Mambo und Salsa ist kaum zu beantworten, die
Grenzen zwischen diesen Tänzen sind fließend.
Rueda de Casino
Rueda "Dame una!", "Vacílala!", "Setenta!", "El pulpo!". Wenn jemand diese Anweisungen
im Kreise einer Gruppe Salsa-tanzender Paare ruft, die daraufhin gleichzeitig
den Partner bzw. die Partnerin wechseln und immer wieder andere Figuren
tanzen, dann ist das vermutlich eine Rueda de Casino.
Rueda de Casino ist ein Tanz der in einem Kreis [rueda=Rad] bestehend aus mehreren
Paaren nach Salsa-Rhytmen getanzt wird. Einer der Tänzer (meist ist es
ein Mann) gibt die Anweisungen, er "singt" die Figuren, die daraufhin
alle Paare ausführen. Je nach dem kann daraus ein schöne Choreographie
entstehen, eine "Choreographie des Augenblicks". Der Tänzer, der die Anweisungen
gibt, wird gewöhnlich "el cantante" [der Sänger] genannt. Er ist es, der
die Choreographie entwickelt; er ist es, der die Tänzer zum Laufen auffordert,
sie verschiedene Drehungen ausführen und den Partner wechseln läßt. Dabei
müssen die Paare, vor allem aber die Männer, aufmerksam "lauschen" und
die "gesungenen" Anweisungen sofort umsetzen, da alle Bewegungen paar-synchron
verlaufen sollten.
Die Rueda de Casino entstand in den fünfziger Jahren in exklusiven Clubs Kubas,
bekannt als "Casinos Deportivos". Diese Casinos organisierten Tanzabende
mit großen Orchestern und schufen die Bedingungen dafür, daß die kubanischen
Tänzer improvisierten. Dort entwickelten sich allmählich neue Tanzstile.
Bald darauf sagten die Leute: "Tanzen wir so wie im Casino", oder "Tanzen
wir Rueda de Casino". Die Tatsache, daß teilweise in der Gruppe getanzt
wurde, rührt wahrscheinlich von dem Einfluß des Contradanza her, eines
europäischen Gruppentanzes, der im letzten Jahrhundert in Kuba Furore
machte. Figuren wie "Enchufla de a caballero" erinnern sehr an eine alte
Höflichkeitsgeste. Bei dieser Figur wechselt das Paar seine Position und
der Mann küßt die Hand seiner Partnerin, bevor er zur nächsten Dame wechselt.
(Quelle: Salsa in Freiburg)
Die Lambada
Die Lambada wurde im Sommer 1989 von Brasilien kommend in Europa populär. Sie ist eine
erotische Mischung aus der Merengue aus Haiti und dem Baiao aus Brasilien mit
komplizierten Bewegungsabläufen.
Der Soca
Der Soca hat seinen Ursprung im Soul und im Calypso, aus deren Anfangsbuchstaben er auch
seinen Namen bekommen hat. Er ist im Sommer 1990 in Europa vorgestellt worden und
einfacher zu tanzen als seine Vorgängerin, die Lambada. Aufgrund seines
Bewegungsablaufes kann man ihn eher als erotischen Kulttanz denn als Gesellschaftstanz
bezeichnen. Er hat sich in Europa nicht durchgesetzt.
Tango Argentino
Geschichte:
Die Geschichte des "Tango Argentino" beginnt in der Mitte des 19.
Jahrhunderts in Südamerika. In der Hauptstadt Uruguays Montevideo und
in Argentinien treffen die verschiedensten Völker und Kulturen
aufeinander. Kreolen und Indianer, sowie afrikanische, brasilianische
und spanische Einwanderer erschließen das Land, arbeiten und leben
zusammen und versammeln sich zu fröhlichen Tanzveranstaltungen
(=Milongas). Takte, Rhythmen und Melodien ihrer Herkunftsländer
vermischen sich dabei zu neuen Liedern und Tänzen. Besonders die
kubanische Habanera, der brasilianische Candombe und der spanische
Tango Anadaluz prägen diese neue Musik, welche in die schnell
wachsenden Städte an der Küste vordringt.
Angelockt durch wirtschaftliche Not in ihren Heimatländern und durch
ein groß angelegtes Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung
erreichen alleine zwischen 1880 und 1930 ca. 6 Mio. Neuankömmlinge die
Hafenstädte am Unterlauf des Rio de la Plata. Zugleich scheitert die
angekündigte Landreform am Widerstand der Landbarone, was die
demographische Situation noch verschärft. Denn zu den Einwanderern,
denen es nicht gelingt im Hinterland Fuß zu fassen und die deshalb in
die Hafenstädte zurückkehren, strömen nun auch noch abertausende von
arbeitslosen Landarbeitern und Gauchos aus der Pampa.
Und dort, wo
viele Menschen auf engem Raum überleben müssen, herrscht Mangel. Mangel
an Arbeit, Mangel an Perspektiven, Mangel an Frauen.
In der Folge mutierte die leichte, fröhliche Milonga zu einem Tanz
voller Schmerz, Hingabe und Sehnsucht. Kontrabass, Violine, und das
1840 von Heinrich Band aus der Konzertina entwickelte Bandoneon sind
zunächst die Standardinstrumente der durch Kneipen, Bordelle,
Mietskasernen und Jahrmärkte ziehenden Musiker. In den Hafenvierteln
und Barrios(Vorstädte/Stadtteile) von Buenos Aires und Montevideo, in
einem Milieu von Arbeitslosigkeit, Kleinkriminalität und Prostitution
wird der Tango zum Ausdruck existentieller Not und menschlicher
Einsamkeit. "Für den Tango existiert kein Volk als abstrakte Einheit
oder als Ideal. Der Tango kennt nur den Menschen aus Fleisch und Blut."
(Jose Gobello) Die argentinische Oberschicht, bar aller sozialen und
ökonomischer Nöte lehnt den neuen Tanz, die Musik als Ausdruck von
Verkommenheit und Verarmung grundsätzlich ab.
Die Tanzstile in dieser Zeit sind gekennzeichnet durch ihre Vielfalt in Rhythmus und Tanzhaltung.
Die ältesten Formen sind der schnelle Tango Milonga und der Tango Vals im 3/4-Takt.
Später gesellten sich zum Teil wilde Tanzformen wie der Tango Canyengue (m 1910) oder der
gehüpft getanzte Tango Orillera (um 1930) dazu mit ihren Sonderformen Kaquero und Petitero.
Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt sich die wirtschaftliche
Situation Argentiniens langsam zu bessern. Zugleich gelingt dem Tango
um 1912 der Sprung über den Atlantik, hinein in
die Salons und Bars von Paris, wo er schnell zum Modetanz avanciert.
In Europa wird der Rhythmus etwas gemässigt, Tanzschritte vereinheitlicht und das Kreuzen der Frau bei "5" eingeführt.
Der Tango de Salon war geboren.
(Dies muss unterschieden werden von den Normierungen der englischen Tanzlehrern um 1922, die daraus den geschrittenen,
eher zackig getanzten europäischen Tango machten. - siehe "Standardtänze").
Er kehrt zurück nach Buenos Aires, welches immer schon ein wenig sein
wollte wie Paris, und wird dort endlich von weiten Teilen der
argentinischen Gesellschaft akzeptiert.
Bis in die fünfziger Jahre war der Tango der Gesellschaftstanz
Argentiniens. Mit dem Sturz des argentinischen Präsidenten Juan Peron
1955 durch das Militär, schwindet zwangsläufig die Popularität des
Tangos. Während dieser Zeit waren öffentliche Versammlungen aller Art
verboten, was auch dazu führte, dass die Menschen nicht mehr tanzten.
Viele Künstler gingen ins Exil. Erst mit dem Ende der Diktatur lebte
der Tango wieder auf und man knüpfte dort an, wo man vor Jahrzehnten
aufhören musste, nämlich am Tanzstil der vierziger Jahre. Wegen der
Zeit der Diktatur fehlt in Argentinien eine Generation beim Tango, der
Tango hat es aber ganz offenbar sowohl bei den Tänzern also auch bei
den Musikern geschafft, diese Generation zu überspringen und wird
hoffentlich in möglichst authentischer Form weiterleben.
(Quellen: Wikipedia - die freie Enzyklopädie, Auszug aus dem Buch "Perfekt Tanzen" von R.Lidmila)
Tanzausführung:
Tanzhaltung so eng wie es beiden liegt, Oberkörper in festem Kontakt
mit Spannung halten. Linker Arm fest, rechter Arm umfaßt Dame direkt
unter der Achsel und gibt ihr Halt. Oberkörper sind zueinander geneigt
(nur bei den Ochos steht die Dame gerade).
Tanzschritte gehen, vorwärts Fersenschritte (Dame schieben, übt
Gegendruck aus). Immer einen Fuß nach dem anderen setzen, Herr vor/Dame
rück, Herr rück/Dame vor, beide seit. Meist geht Herr vor und Dame
rück, besonders bei vielen Paaren auf der Tanzfläche.
Die Musik erspüren und danach tanzen, verschiedene Rhythmen und Wechsel
sind möglich.
Standardrhythmus ist Slow - Slow - Quick - Quick - Slow (wie im
Standard-Tango). Rhythmuswechsel entschlossen tanzen und über den
Oberkörper einleiten und signalisieren.
Beispiele für Tanzfiguren:
Salida, Cunita, Basse, Ocho vorwärts, Ocho rückwärts, Giro, Luna Media, Corte, Ganchos, Boleos, Entrada, Sacadas, Barridas
New Merengue
Sie ist eine moderne Form der Merengue aus den fünziger Jahren und wurde im Frühjahr
1991 veröffentlicht. Sie ist einfacher zu tanzen als der Soca und verzichtet auf engen
Körperkontakt und starke Hüftbewegungen. Sie ist aber trotzdem ein spielerischer, fröhlicher
Tanz und wurde von den Tanzschülern zwar gerne angenommen, war aber nur kurze Zeit
populär.
Der Reggaetón
Geschichte:
Reggaetón (auch Reggaetón oder Requetón) ist eine Musikrichtung, die sich Mitte der 80er-Jahre aufbauend auf Reggae, Dancehall,
Hip-Hop, Salsa und Dance Musik entwickelt hat.
Seinen Ursprung hat der Reggaetón in Puerto Rico und Panama.
Mittlerweile ist er in ganz Lateinamerika sowie in Spanien populär geworden. In den USA bauen bereits
einige Majorlabel Beteiligungen an Plattenfirmen in Puerto Rico auf, um die Musik vertreiben zu können.
Auch in Europa erlangt der Reggaetón eine immer größere Bekanntheit. In vielen großen Städten des
Kontinents findet man Clubs, wo Reggaetón aufgelegt wird.
Manche glauben, Reggaetón stünde, ähnlich
dem Reggae aus Jamaika in den 1970ern, auch in nicht spanischsprachigen Ländern kurz vor einem
Durchbruch. Dafür sprechen immer häufigere Collaborations zwischen Dancehall- und Reggaetón-Artists.
Die Songtexte sind ebenso explizit erotisch - pornografisch, sagen manche - wie der Tanz selbst. "Perrear",
was so viel bedeutet wie "hündeln", nennen es die Paare, wenn sie zu dem peitschenden Sprechgesang eng
umschlungen über die Tanzfläche wirbeln. "Es ist wie Sex, ohne sich auszuziehen", beschreiben es
manche Fans.
Die bekanntesten Verteter sind:
Lorna (Papi Chulo)
Daddy Yankee (Gasolina)
Speedy (Saientielo)
N.O.R.E.
Lil Jon & East Side Boys
Don Omar
Mr. Vegas
Techno Dance
In Europa von Ostdeutschland ausgehender Tanztrend der neunziger Jahre, basierend auf dem Soul der 60er
Jahre aus den sozialen Randbezirken in Detroit unter Verschmelzung elektronisch erzeugter Popmusik.
Bei mehrtägigen Tanzparties, sogenannten "Raves", tanzen junge Leute wie in Trance und
kollektiver Massenextase. Eine eigene Bekleidungsmode hat sich dabei herausgebildet.
Leider nehmen manche Jugendliche als Aufputschmittel "Ecstasy" um die Tanzparties durchzuhalten
und um Glücksgefühl und emotionale Offenheit zu erleben. Wer nach der Tanzorgie zur Ruhe kommen will,
erholt sich bei meditativen Umweltklängen im Chill-out-room.
Hypno Dance
Ein von England (Sheffield) seit 1992 ausgehender Tanztrend, eine Steigerung des Techno Dance in Form von monotonen stampfenden
Rhythmen, wie ihn schon die Kulturvölker kannten. Die extrem tiefen (Cloncs) und extrem hohen (Bleeps) Töne
sind für das Ohr kaum wahrnehmbar, können aber den Körper in angenehme Stimmung und Trance versetzen.
Eine Musik, die ausschließlich zum Tanzen gemacht wird.
Die nichtamerikanischen Modetänze The non-american fashion dances
The Locomotion
The Locomotion ist in England entstanden, war Modetanz im Jahr 1962 und wurde durch
Little Eva bekanntgemacht. Er wird zu langsamer, twistähnlicher Musik getanzt. Die Paare
stehen hintereinander, die Hände auf den Schultern des Vordermannes. Mit kleinen Schritten
setzt sich der Zug mit Handbewegungen und nachgeahmten Lokomotivgeräuschen in
Bewegung.
Diese Tanzaufstellung entspricht den File-Dances (Gänsemarschtänzen).
Der Lipsi
Ein walzerähnlicher Tanz aus Leipzig, der sich aber nicht durchsetzte. Er wurde als
Gegenströmung zum Twist erfunden.
Der Kasatschok
Aus der ukrainischen Folklore entlehnter Volkstanz, dem Boris Rubaschkin, ein Wiener, neue
Gesellschaftsformen gegeben hat. Er besteht aus drei Figurenteilen: Ras-twa-tri. Dieser Tanz
wird teilweise ohne und teilweise mit eigenartiger Tanzhaltung getanzt, z.B. Sich-Rücken-an-
Rücken-Einhängen, oder Beinwerfen aus der Hocke heraus (Prisjadka).
Der Sirtaki
Modetanz um 1965, ist eine Adaption des griechischen Volkstanzes Hassapikos und ist
bekanntgeworden durch den Film "Alexis Sorbas".
Er besteht aus einem langsam und einem schnell getanzten Teil.
Der Hora
Ursprünglich ein rumänischer Volkstanz, der nach Israel gebracht wurde. Von dort gelangte
er über Amerika nach Europa, wo er in einer geselligen Form kurzzeitig populär war.
Der Pata Pata
Kurzlebiger Modetanz aus Südafrika. Musikbeispiel: "Pata, Pata".
La Bostella
Ausgelassener Tanz um 1965, der aus Paris kam und nach dem Journalisten Yvan Honore
Bostel benannt ist. Er wurde durch den Film "Was gibt's Neues Pussy Cat" bekannt, in dem
Romy Schneider und Peter O'Toole tanzten. Die Ausführenden klatschten beim Tanzen,
knieten nieder und wälzten sich sogar am Boden. Er ist ein musikgebundener Tanz und wird
daher nur zu einem bestimmten Musikstück getanzt.
Der Puppets
Ein ausgelassener, gehüpfter "Puppen"-Tanz. Man machte paarweise Tanzschritte und
Armbewegungen, wie sie eine Marionette ausführt.
Er ist ein musikgebundener Tanz und wird nur daher nur zu einem bestimmten Musikstück
getanzt.
Der Letkiss
Über England im Mai 1964 zu uns gekommener Tanz finnischer Abstammung. Die einen
behaupten, der Name kommt vom einem finnischen Orchesterleiter, namens Anton Letkiss,
die anderen glauben, es sei die Abkürzung von "Let's kiss" aus dem Englischen. Wie auch
immer, der Tanzrhythmus entspricht einem alten finnischen Volkstanz im Polkatakt und ist
daher auch unter der finnischen Bezeichnung Letkajenkka oder Finnjenkka bekannt.
Der Polkiss
Nach Abflauen des Letkiss-Interesses wurden eine Reihe weiterer polkaähnlicher "kiss"-
Tänze propagiert, die jedoch alle nur sehr kurzlebig waren.
Der Monkiss
Ein kurzlebiger Modetanz um 1966. Wurde in Paris das erste Mal getanzt und wurde
anläßlich des Abflauens des Letkiss-Fiebers erfunden.
Der Manhattan
Aus Paris oder Berlin kommender Modetanz (der Ursprung ist umstritten), ein Linientanz.
Wegen seiner komplizierten Schritte - Hüpfschritte, Überschritte, Drehen und Wedeln - wurde
er nicht sehr lange getanzt.
Der Hoppel
Ebenfalls eine kurzlebige, gehüpfte Platz-Polka.
Der Vogerltanz
Ein lustiger, einfacher Tanz, auch Ententanz genannt, bei dem man einander gegenübersteht
und mit den Armen, den Fingern und mit dem ganzen Körper die Vogelbewegungen imitiert.
Er ist ein musikgebundener Tanz und wird daher nur zu einem bestimmten Musikstück
getanzt.
Der Tanganilla
Um 1972 in Wien aufgekommener langsamer Walzer spanischer Herkunft. Er war nur kurze
Zeit modern, denn er war sehr kompliziert in der Ausführung und hatte 6 Tanzfiguren.
Der Tumba Tumbala
Ein lustiger, einfacher Tanz, bei dem die Tänzer einander gegenüberstehen und mit allen
Körperteilen Affenbewegungen nachmachen. Er ist ein musikgebundener Tanz und wird
daher nur zu einem bestimmten Musikstück getanzt.
Die Tarantella
Sie war 1986 kurzzeitig Modetanz. Ursprünglich war sie ein stürmischer italienischer
Volkstanz, der nicht von der Tarantel, sondern von der Stadt Tarent seinen Namen hat. Sie
notiert im 3/8 oder 6/8-Takt und wird paarweise getanzt.
(Auszug aus dem Buch "Perfekt Tanzen" von R.Lidmila)