Name/Entstehungsjahr geselliger Schautänze
Name/year of origin of sociable show dances
Der Tap Dance
Der Ursprung des Tap Dance oder Step-Tanzes ist umstritten.
Amerikanische Autoren behaupten, er stamme vom irischen Jig oder nordenglischen
Clog Dance (Holzschuhtanz) ab. Die Grundelemente dieses Tanzes wurden aber schon
in den sudanesischen Klopftänzen im vorigen Jahrhundert gefunden und bei den Tänzen
der in den USA lebenden Negersklaven nachgewiesen. Sie benützten ihren Körper als
Rhythmusinstrument; daraus wurden Tanzstile wie Juba entwickelt.
Das afrikanische Wort Giouba bedeutet "übermütiger Zustand", dieser Tanz ist der Zugang zu Gott.
Der Tap Dance war in den dreißiger Jahren außerordentlich populär.
Beim Steppen wird der Körper zum rhythmischen Klanginstrument, die Füße wirbeln
über den Boden wie Schlagstöcke über eine Trommel. Die einzelnen Schläge der Füße
werden durch die Step-Schuhe, die an Spitze und Ferse mit Eisen beschlagen sind,
verstärkt. Mit dem Step-Tanz sind große Namen verbunden, wie Fred Astaire,
Ginger Rogers, Gene Kelly, Caterina Valente, Marika Rökk und viele mehr.
Der Jazz Dance
Die Bezeichnung taucht erstmals 1917 auf. Der Jazz Dance hat seine Wurzeln in den
schwarzen Kongo-Tänzen von New Orleans. In den zwanziger Jahren war Harlem die
Hochburg der schwarzen Jazztänzer. Etwa 1940 wurde er mit Elementen des Balletts
und des Modern Dance vermengt. Von London ausgehend trat er erst 1960 als Schautanz
seinen weltweiten Siegeszug als eigenständiger Tanz an.
Der Tanzstil ist an die Isolationstechnik gebunden. Hierunter versteht man die
isolierte Bewegung einzelner Körperpartien unabhängig voneinander.
Diese Bewegungszentren sind: Kopf-Hals, Schultergürtel, Brustkorb, Becken, Arme und
Beine.
Das Bewegungsprinzip ist die Polyzentrik, d.h. daß mindestens zwei Bewegungszentren
gleichzeitig bewegt werden. Es sind fast alle Bewegungen erlaubt. Der Jazz Dance
kann vom Hobbytänzer als Verbindung von rhythmischer Gymnastik und Tanzsport
betrachtet werden. Er erfreut sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit.
Er ist offen gegenüber allen neuen Einflüssen.
Der Break Dance
Es begann damit, daß schwarze Jungs in New York Ende der siebziger Jahre ein Stück
Karton auf das Straßenpflaster legten, daneben einen wattmächtigen Radiorecorder
("Ghetto-Blaster") stellten und zur Unterhaltung der Passanten geradezu artistische
Tanz-Kunststücke vorführten.
Im Rhythmus zur hauptsächlich verwendeten Rap-Musik drehten sie sich dabei auf
dem Kopf, verrenkten gekonnt Arme und Beine, benahmen sich wie Gummimenschen und
machten abgehackte, zuckende Bewegungen.
Seinen Ursprung hat der Break Dance in den Wettkampfspielen der Afroamerikaner,
aus denen man weniger agressive Formen entwickelte, wie z.B. die brasilianische
Copoeira.
In den Jahren 1982/83 war die Welt geradezu süchtig nach Break Dance, auch Hip-Hop
genannt, und es wurden sogar Meisterschaften ausgetragen. Es gab auch Break
Dance-Gruppen in Unterhaltungssendungen. Der Tanz beeinflußte einige amerikanische
Modetänze, beispielsweise den Electric Boogie, und er hat den Cha-Cha-Cha
bereichert.
Der Electric Boogie
Ein Schautanz zur Rap-Musik Anfang der achtziger Jahre, ausgeführt mit eckigen,
ruckhaften Tanzbewegungen und als pantomimische Version des Break Dance anzusehen.
Die Bewegungen sollen an Steckdosen angeschlossene Roboter nachahmen.
Er wurde ausschließlich von Männern getanzt.
Verwandte Tänze sind Flash Dance und Moon Walk.
Seine Vorläufer in den siebziger Jahren waren Robot und Mechanical Man.
(Auszug aus dem Buch "Perfekt Tanzen" von R.Lidmila)